Divinitydreams

Ein schönes Beispiel für einen Tiertraum, der ein emotionales Verhalten vom Vortag spiegelt folgt hier


Die Träumerin, eine junge Frau auf der Suche nach ihrer beruflichen und persönlichen Identität, entdeckte nach einigen missglückten Studienanläufen und Entscheidungen, die sich als wenig passend für sie herausgestellt hatten, endlich ihren Herzenswunsch wieder.


Sie fing an Tanzstunden zu nehmen und beschloss Tanzlehrerin für Ausdruckstanz werden.

Eine der Herausforderungen auf dem Weg dorthin galt der Überwindung von alten Selbstzweifeln und der Angst, dass andere talentierter und interessanter sein könnten.


In der Kindheit erlebte die Träumerin, dass ihr Vater sich ihrem kindlichen Entfaltungsdrang nicht zuwenden konnte, was sie, trotz der liebevollen und wertschätzenden Unterstützung durch die Mutter, nachhaltig verunsichert hatte.


Traum:


"Ich merke, dass ich etwas auf dem Kopf habe, es sind wohl Läuse. Meine Haare sind ganz schwarz davon. Es juckt und sticht und beißt, vor allem links.


Ich will zu meiner Mutter, damit sie mir hilft, aber sie ist nicht da.


Ich sitze auf dem Badewannenrand, den Kopf vorne über gebeugt und wasche mir die Haare mit reinem klarem Wasser.


Auf einmal lösen sich lauter kleine, schwarze Fledermäuse von meinem Kopf und fließen dann tot in Richtung Abfluss.

Es sind so viele, dass der Abfluss fast verstopft, aber mit einer feinen Nagelfeile stochere ich darin herum, so dass sie abfließen."


Ohne nun näher auf die Läuse, die für ein kraftraubendes, blutsaugendes Verhalten stehen einzugehen und ohne den ersten Schutzreflex der Träumerin, ihre Mutter zu suchen, näher zu beleuchten, soll hier der Fokus auf der Fledermaus ruhen.


Zwei hervorstechende Merkmale der Fledermaus sind ihre Nachtaktivität und die Fähigkeit bis zu 1000 Insekten, wie Mücken, Motten und Schnaken pro Nacht zu vernichten.


Ein nachtaktives Tier steht für ein unbewusstes emotionales Verhalten und Mücken, Motten und Schnaken stehen für Quälgeister. Das können gedankliche Quälgeister sein, wie die Stimme des inneren Kritikers: "Du bist nie gut genug!"


Das bedeutet, wenn wir uns im Traum "wie eine gesunde Fledermaus verhalten", sind wir in der Lage unseren Geist frei von quälenden Gedanken zu halten.


Nun wissen wir aber auch, dass die persönliche Assoziation des Träumers zu seinen Traumsymbolen und das Geschehen am Vortag von oft ausschlaggebender Bedeutung sind.


Tatsächlich hatte die junge Träumerin vor Kurzem einen Bericht über Fledermäuse gesehen, der ein drittes, hervorstechendes Merkmal dieses sozialen Säugetieres vorstellte, das hier die entscheidende Rolle im Traum spielte und die Träumerin während der Reportage schon sehr beschäftigt hatte.


Die Tierreportage berichtete, dass Fledermäuse ein "Bild" ihres Gegenübers (dem Objekt ihrer Fressbegierde) erzeugen, indem sie Ultraschall-Schwingungen aussenden, die dann auf das Objekt treffen und zurückkehren zur ihnen.


So entsteht ein "Bild" für die Fledermaus, das ihr Hinweise auf ihr "Opfer" gibt. Wenn sie extrem hungrig sind, kann es vorkommen, dass sie sich blindlings auf schnell vorbeifahrende Fahrzeuge stürzen, was zu Unfällen führen kann.


Fahrzeuge, das Symbol für unsere Selbststeuerung durch unser Leben werden also „attackiert“, unsere Selbststeuerung ist gefährdet.


Die Träumerin besuchte am Vortag des Traumes einen Tanzkurs und war völlig im Einklang mit sich, bis eine neue Teilnehmerin hinzukam, die in den Augen der Träumerin hübscher, selbstsicherer und talentierter schien. Sie erzeugte also ein vorschnelles Bild von ihrem Gegenüber.


Innerhalb von einer Sekunde war ihr Einklang verflogen, sie war erfüllt von Eifersucht, verurteilte innerlich die neue Teilnehmerin, unterstellte ihr schlechte Charaktereigenschaften und überlegte sogar, ob sie den Kurs abbrechen solle. Ihre Selbststeuerung war gefährdet, weil sie sich blindlings ein Bild eines Gegenübers erzeugt hatte, ohne genau hinzuspüren.


Doch dann rief sie sich selbst zur Ordnung und konnte sich bewusst machen, dass sie sich und andere durch dieses alte Verhalten in einer guten Entwicklung hemmt.


Die alte Kinderangst "nicht gut genug zu sein" löste ein kurzes Abrutschen in eine Schutzhaltung aus, in der man andere abwertet, um sich selbst anerkennen zu können.


Die Fledermäuse, die im Traum die Haare (unseren emotionalen Ausdruck) und den Kopf (den Sitz der Sinne) "besetzt" hielten, konnten durch diese gewonnene Einsicht dazu sterben.

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