Divinitydreams

Wie schon auf der Seite "Personen" erwähnt, sind in der Regel alle Personen im Traum Anteile von uns selbst und es gilt herauszufinden, welche Merkmale der jeweiligen Person am hervorstechendsten sind. Was ist positiv hervorzuheben, was negativ? Wo gibt es Parallelen, wie kam es zu diesen Eigenschaften, was braucht dieser Anteil von uns, um integriert oder erlöst zu werden?


Als kleines Traumfragment möchte ich hier "Manfred" vorstellen.


Manfred erscheint einer jungen Frau im Traum und will sie umbringen. So beginnt der Traum, den die junge Frau aufgeschrieben und mitgebracht hat: "Manfred will mich umbringen". Es entbrennt ein mörderischer Kampf im Traum mit verschiedenen Personen, Fluchtversuchen und einem schließlich explosionsartig geglückten Ausbruch der Träumerin in Gestalt eines weißen Stieres.


Die Träumerin befand sich zu der Zeit des Traumes in folgender Situation: Aufgrund äußerst begrenzter wirtschaftlicher Möglichkeiten kam sie von Südspanien nach Deutschland, fing an zu studieren und finanzierte sich ihr Studium mit kellnern. Sie hatte Beziehungen zu jungen Männern, einige Freundschaften und eine kleine Wohnung. Trotz aller Bemühungen übermannte sie immer öfter die Sehnsucht nach ihrer Heimat, ihren Freunden und ihrer Familie. Ihr Verstand argumentierte entschieden dagegen zurückzugehen, ihr Herz jedoch war anderer Ansicht. Ihr Verstand wollte sich unbedingt in ihre neue Heimat integrieren und dazugehören.


Diese Art von Ambivalenzen sind typische Auslöser für Träume, in denen ein seelischer Reifeprozess stattfindet. Ihr Herz flüsterte :

"Ich würde so gerne zurück in mein Dorf und zu meiner Familie, ... . "ABER" ...... tönte der Verstand dagegen.


Der Druck wurde immer stärker, so dass sich die Kraft in der Träumerin Bahn brechen musste.


Nun war da Manfred im Traum und er wollte die Träumerin ermorden. Welcher Anteil der Träumerin drohte ihr das Leben zu nehmen?


Auf die Frage hin, wer Manfred sei, antwortete die Träumerin, er sei ein älterer Gast in der Kneipe, in der sie kellnere. Er wolle um jeden Preis zu den jungen Gästen dazugehören, obwohl er schon viel älter sei und die jungen Gäste ihn außerdem nicht mögen würden. Er wäre sehr einsam und würde nirgendwo Anschluss finden, weil er ihn einfach in den falschen Kreisen suchen würde. Das würde ihn immer mehr in den Alkohol treiben.


Im ersten Bild einer Traumserie erscheint meist die Herausforderung, die es zu bewältigen gilt. Manfred symbolisierte als Mann und mit den persönlichen Assoziationen, die die Träumerin schilderte also ihren eigenen Anteil, der unbedingt zu einer Gruppe dazugehören wollte, es aber aus verschiedenen Gründen nicht gelingen wollte.


Das unbedingt dazugehören wollen drohte ihr das eigene Leben zu nehmen und sie geriet dadurch immer mehr in Abhängigkeiten und Vernebelungen (Alkohol) ihrer wahren Wünsche und Bedürfnisse.

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