Divinitydreams

Der ersten Schritt zur Überwindung einer Angst und eines zu klein gewordenen Lebens kleidet sich oft in das Gewand eines Albtraumes.


Als Beispiel möchte ich hier das kleine Traumfragment einer Person im Traum beleuchten, das als siebtes Bild in einer Abfolge von komplexen Traumbildern einer depressiven Frau mittleren Alters erschien. Das siebte Bild, das uns einen Blick in das "Kindheitsgrab" gewährt, zeigt, welche Kräfte damals verschüttet wurden und welche Wünsche zum Schutze des Selbst verpanzert werden mussten.


Das Gewahr werden und Würdigen dieses Prozesses ermöglicht zugleich die Gegenkraft und die verborgenen Ressourcen wieder zu kultivieren, so wie Jung sich ausdrückte: "Das Gold im Schatten bergen."


Die Träumerin lebte eine freudlose Kindheit, in der all ihre Kreativität und Lebensfreude nicht willkommen war. Lediglich das stille Studieren an ihrem Schreibtisch war ihr erlaubt. Je unauffälliger und unscheinbarer sie sich verhielt, desto zufriedener waren ihre Eltern.

So lernte sie ihre Wünsche zu verbergen, kein persönliches Profil zu entwickeln, alles im Verborgenen zu betrachten und ihre Lebenskraft und Schaffenskraft verkümmerten zu einer traurigen Gestalt.


Diese Gestalt, dieser abgespaltene Anteil der Träumerin, begehrte nun auf im Traum und wollte endlich zu seinem Lebensrecht kommen, denn es war höchste Zeit. Die Träumerin, die allein lebte und arbeitslos war, verfiel immer mehr in eine Apathie und kam nicht auf die Idee, selbst für sich aktiv zu werden.


Es stellte sich im Traum so dar, dass der Träumerin im siebten Bild des Traumes ein Angst einflößender, gesichtsloser Mönch in schwarzer Kutte entgegenkam, der auch noch Untote als Helfer um sich geschart hatte, so dass sie vor Angst meinte, sterben zu müssen.


Das siebte Bild berichtet uns also von ihrer Situation in der Kindheit, in der Kräfte verloren gingen, deren Verlust es ihr heute noch unmöglich machten ein selbstbestimmtes, fröhliches und kreatives Leben zu führen und dafür aktiv zu werden. Diese Kraft führte ein freudloses, verdecktes, gesichtsloses, von der Welt abgewandtes Mönchsdasein, mehr tot als lebendig, ohne Zeugungskraft nach außen.


Der Mönch kam der Träumerin im Traum entgegen. Das heißt, dass das Mönchsverhalten der Träumerin in der Kindheit entgegen kam, denn es bedeutete, keine Strafe zu bekommen. Es war damals als Schutzhaltung hilfreich, doch heute hinderte es die Träumerin am Leben. Der Mönchsanteil in ihr musste erlöst werden und wieder integriert werden in ein freudiges Leben.

Die Untoten konnten Erlösung finden in dem Moment, indem sie endlich vollständig sterben durften und den Mönch nicht mehr unterstützen mussten.

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