Divinitydreams

Entwicklung


Folgende Traumbilder zeigen über den Verlauf einiger Jahre symbolisch, anhand von Tieren, die Entwicklung des emotionalen Verhaltens einer Träumerin. Diese Serie erscheint voraussichtlich auch in Ortrud Gröns Buch über Tiere im Traum, geplant für 2020/2021.


Die Träumerin, die in ihrer Kindheit im nahen persönlichen Umfeld Gewalterfahrungen, Missbrauch und seelische Verwahrlosung erleben musste, hatte ihr Vertrauen in Menschen und auch das Vertrauen zu sich selbst, zu ihren eigenen kreativen Fähigkeiten zur Selbstgestaltung verloren. Im Herzen hatte sie viele kreative Wünsche und Ideen entwickelt, hatte aber Bedenken, ob sie gut genug wären, ob sich jemand dafür interessieren würde und sie sie auch nach außen bringen können würde. Die Angst vor erneuter Enttäuschung ließ sie immer wieder ausweichen und Gründe finden, ihre Kreativität zu verstecken.


Die Problematik war der Träumerin bewusst.


Das bestätigte ihr folgendes Traumbild.


Traumbild:

Das Traumbild zeigt rechts die Sonne (Bewusstsein), die einen kleinen leibhaftigen Hasen bescheint, der dadurch einen großen Schatten wirft und einen Fuchs, der sich vor dem großen Schatten-Hasen fürchtet.

Der Hase symbolisiert schon in sich einen Widerspruch. Wir kennen ihn als Hasenfuß, der Haken schlagend flüchtet, aber auch als Fruchtbarkeitssymbol, da er in zwei Gebärhöhlen gleichzeitig neues Leben austrägt.


Die Kinderangst der Träumerin, dass ihre Kreativität und Selbstgestaltung nicht gewünscht ist und nicht fruchtet, lässt sie das Schutzverhalten eines Fuchses leben, das ist ihr ganz bewusst. Im Schutzverhalten zieht sie sich zurück und verschließt sich, baut sich Höhlen, Fluchttunnel und Notausgänge, wie ein Fuchs.


Das Bild gibt uns auch den Hinweis, dass der große Hase aus der Schattenwelt (Unterbewusstsein) stammt, denn er ist kein leibhaftiger Hase, sondern nur ein Schatten, der durch das Bewusstsein der Träumerin entsteht.


Die Sehnsucht ihre zurückgedrängte Kreativität wieder an Land zu holen, war jedoch ungeheuer groß, wie sich im folgenden Bild zeigte:


Traumbild:

Die Träumerin steht an einem riesigen See und sieht auf der anderen Seite, ganz klein und entfernt, einen Mann stehen

(ihre eigene Handlungskraft).


Links neben der Träumerin stehen zwei Tannen, das Symbol ihrer Kinderangst, ihrer Kindheitsschatten und Ambivalenz auf der Gefühlsseite.

So symbolisiert das Traumbild die Angst der Träumerin vor ihrer eigenen Handlungs- und Schaffenskraft und das vor langer Zeit

verdrängte Bedürfnis nach kreativer Selbstgestaltung.


Auf einmal wird der Träumerin auch bewusst, dass der ganze See zugleich ein riesiger Walfisch ist. Der Wal ist ein Säugetier, denn er

lebte in früheren Zeiten als Huf- oder Raubtier an Land und wurde im Laufe der Evolution wieder zurück ins Meer gedrängt.


Er symbolisiert so unsere kreative Schaffenskraft, die aus Angst ins Meer der unbewussten Gefühle zurückgedrängt wurde und wieder

an Land kommen soll.


Die Kreativität und Schaffenskraft der Träumerin wurde aus Angst vollständig verdrängt, das wird ihr in diesem Traum bewusst, denn

der Wal ist in diesem Traumbild zugleich ein Süßwassersee, der die bewussten Gefühle spiegelt.


Es ist die Erkenntnis, über die persönliche Bedeutung hinausgehende, fast schon philosophische Erkenntnis, dass alles Sehnen im

Menschen im Gefühl beginnt, dass alles Sehnen eine einst zurückgedrängte kreative Schaffenskraft ist.


Auf dem Weg dorthin, beim Überqueren des Angstabgrundes in ihr, drohte sie immer wieder von ihrer Angst verschluckt zu werden.

Bis endlich, in folgendem Traumbild, eine neue Erkenntnis geboren ward (kleines Mädchen).


Die Träumerin, die vormals in mehreren Nächten im Traum versuchte eine Brücke zu überqueren und davor zurückschreckte, weil ein

riesiger Frosch einen Teil der Brücke mit seinem weit aufgerissenen Mail ausmachte, lief nun mit einem kleinen Mädchen auf die

Brücke zu und erklärte ihr, dass es zwar schmal sei, man aber an dem Frosch vorbei gehen könnte und zeigte ihr den Weg.


Der Frosch symbolisiert unser emotionales Verhalten bei Angst in den Schlamm zu flüchten, sich nicht zu zeigen.


Traumbild:

Nach einigen Jahren stellte die Träumerin dann fest, dass sie sich in einer Arbeitsgruppe, mit der sie kreative Arbeit begonnen hatte,

nicht mehr wohlfühlte. Immer wieder ging sie Kompromisse ein, hinter denen sie eigentlich nicht stehen konnte, immer wieder machte

sie gute Miene zu bösem Spiel, aus Angst alleine zu sein.


Sie verbarg sich mit ihrer Wahrheit von Leben aus Angst Gegenkräfte auszulösen.


Da träumte sie folgendes Bild.


Traumbild:

Die Träumerin lief an einem Schaf vorbei und stricht im Vorbeigehen mit der rechten Hand über die Wolle. Als sie fast schon an dem

Schaf vorbei gegangen war, wickelte sich ein Stück Schafswolle um ihren kleinen Finger und hielt sie für einen Moment fest.


Das sprichwörtliche „jemanden um den kleinen Finger wickeln“ zeigt hier, wie die Träumerin sich selbst mit ihrem Schafverhalten um

den Finger wickelte und immer wieder Gründe fand, sich nicht von der Gruppe zu lösen, aus Angst „von der vermeintlich sicheren

Herde verstoßen zu werden.“


Als sie es schließlich doch tat, und beschloss sich zu distanzieren und sich selbst auf den Weg zu machen mit ihren eigenen Ideen und

Projekten, frei von Eifersucht, Missgunst und Intrigen der Gruppe, träumte sie von einem Adler, der mit einer blauen Blume im

Schnabel hoch am Himmel flog.

Bildnachweise:

5 Zeichnungen

Privatbesitz Melanie Maria Diaz Blanco

Foto Ortrud Grön und Melanie Maria Diaz Blanco Privatbesitz Melanie Maria Diaz Blanco